„Und warum entscheidest du dich nicht einfach, nicht mehr zu leiden?“
Ein Satz, der hart klingt. Und doch steckt in ihm eine Einladung: die Einladung, endlich hinzuschauen, welcher Anteil in dir leidet – und warum.
Ein Ort, an dem du nicht stark sein musst
Stell dir vor, es gäbe einen Ort, an den du dich zurückziehen könntest. Einen Ort, an dem niemand von dir verlangt, stark zu sein. Einen Ort, an dem du weinen darfst, so frei und unaufhaltsam, wie du es als Kind vielleicht nie durftest. Kraftlos sein. Ohne Erklärung.
An diesem inneren Ort darfst du rebellieren. Du darfst laut sein. Und vor allem: Du wirst geliebt und gesehen. Mit voller Aufmerksamkeit, ohne Ablenkung, ohne Bedingung oder Bewertung.
Was eigentlich schön wäre.
Ein Kind muss nicht funktionieren, nicht kontrollieren und nichts zusammenhalten. Ein Kind darf einfach sein. Wenn wir tief genug schauen, erkennen wir: Genau das ist auch unsere eigentliche Aufgabe. Nicht ständig zu funktionieren, zu kontrollieren oder alles zusammenzuhalten – sondern Liebe zu erkennen, sie zu bestrahlen, zu teilen und auch zu empfangen. Du darfst Menschen begegnen und einfach strahlen, ohne dass daraus sofort eine Verpflichtung wird.
Woher das eigentlich kommt
Erfahrungen aus unserer Kindheit können kleine oder auch große Spuren in uns hinterlassen haben – Vernachlässigung, zu wenig Zuwendung, Verbindungsabbrüche. Oft sind uns diese Spuren im Alltag gar nicht bewusst. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Eine einfache erste Technik: Schenke deinem inneren Kind Aufmerksamkeit – und beobachte, wie es sich zeigt.
Vielleicht ziehst du dich zurück, sobald jemand dir wirklich nahekommt?
Oder du übernimmst die Verantwortung für die Gefühle der anderen?
Eine innere, strenge Stimme sagt dir ständig, dass du „nicht genug“ bist?
Du hast Schwierigkeiten, „Nein“ zu sagen?
Kleine Meinungsverschiedenheiten lösen plötzlich große, überproportionale Gefühle aus – Wut, Panik, Erstarren?
Ein Kloß im Hals oder ein Engegefühl in der Brust, wenn bestimmte Themen berührt werden?
Diese Reaktionen sind keine Schwäche. Es sind alte Schutzmechanismen, die dein inneres Kind einst gebraucht hat, um zu überleben.
Was hätte dein inneres Kind damals gebraucht?
Vielleicht die Gewissheit, dass eine Bindung auch dann hält, wenn man mal „zu viel“ ist?
Gesehen und umsorgt zu werden, ohne es sich „verdienen“ zu müssen?
Geliebt zu werden, auch wenn man Fehler macht?
Sicherheit im eigenen Tempo, ohne Druck?
Im Kern zeigt sich fast überall dasselbe Muster: Das innere Kind sucht nach Sicherheit, Sehen-werden und bedingungsloser Liebe – Dinge, die es früher vermisst hat und die es jetzt im Außen sucht.
Wir waren alle einmal Kinder
Viele von uns hatten eine wundervolle Kindheit. Viele von uns nicht so sehr. Und obwohl wir uns womöglich nicht an viel erinnern, haben wir sie gelebt.
Dein inneres Kind ist der Teil deiner Persönlichkeit, der immer noch wie ein Kind reagiert und sich wie ein Kind anfühlt. Alle Traumata, Unsicherheiten, Zweifel, Misstrauensgefühle, Wut, Angst und anderes stammen aus unserer Vergangenheit. Du bist das Ergebnis unzähliger Erinnerungen und Erfahrungen, die du in dir trägst.
Die Arbeit mit dem inneren Kind mag für viele Menschen ziemlich merkwürdig klingen. Aber die Wahrheit ist, dass sie für jeden, der auf diesem Planeten lebt, hilfreich sein kann.
Viele brauchen sie dringend.
Zurück zur Verbindung mit dir selbst
Wenn wir lernen, unser inneres Kind in Momenten zu erkennen und anzunehmen, bringt uns das automatisch zu unserer Selbstliebe. Wir wissen, was wir brauchen und sind für uns selber eine sichere Person. Wir fühlen uns wieder verbunden und führen gute wertschätzende Beziehungen.
Ich unterstütze dich gerne dabei 🤍
